72 Stunden Athen – tolle Tage in einer unterschätzten Stadt!

72 Stunden Athen – tolle Tage in einer unterschätzten Stadt!

Athen, 04.11. – 07.11.2016

Und mal wieder stand ein Wochenendtrip vor der Tür – diesmal in die griechische Metropole Athen. Im Januar 2016 gab es einen Artikel im Geo-Saison, der mich erstmalig neugierig auf die griechische Hauptstadt machte. Bereits für den Februar schaute ich nach Flügen nach Athen, da der Berliner Winter mal wieder sehr trist und grau war. Damals wurden die Flüge aber mit jedem Tag teurer und so buchte ich gleich nach Erscheinen des Winterflugplans 2016 / 2017 Flüge mit Easyjet nach Athen. Für rund 60 EUR pro Person kommt man mit der Bahn ja nicht mal von Berlin nach Hamburg.

Und auch die Recherche bei AirBnB zeigte sehr viele bezahlbare Unterkünfte, zum Teil sogar mit Dachterrasse und Blick auf die Akropolis. Wir entschieden uns aber für die Green Appartements in Kallimarmaro, von der Innenstadt östlich hinter den „National Gardens“, ganz in der Nähe des alten Olympiastadions.

Hinkommen

Die Anreise ist von vielen deutschen Städten mit dem „Billigflieger“ problemlos möglich. Von Berlin aus hatten wir sehr gute Flugzeiten (Freitag Nachmittag hin, am Montag am späten Abend zurück) zu einem sehr überschaubaren Preis (rund 60 EUR). Der Flughafen liegt gut 25 km außerhalb des Zentrums.

Vom Flughafen in die Innenstadt

Im wesentlichen hat man 3 Möglichkeiten, vom Flughafen in die Innenstadt zu kommen:

  • Mit dem Expressbus für 6 EUR pro Person
  • Mit der Metro für 10 EUR pro Person, 2 Personen zahlen zusammen 18 EUR
  • Mit einem Taxi zum Festpreis von 38 EUR

Wir haben uns für 38 EUR den Luxus eines Fahrers gegönnt – dies war im Endeffekt auch nur 20 EUR teurer als mit der Metro, die jedoch nur jede halbe Stunde zum Flughafen fährt und wo wir dann noch einen ca. 10-minütigen Fußweg zu unserem Appartement gebraucht hätten….Auf dem Rückweg haben wir die Metro genommen, auch das funktioniert unproblematisch und man landet genau am Syntagma.

Die Unterkunft

In Athen gibt es zahllose Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Da wir in den letzten Urlauben sehr gute Erfahrungen mit AirBnB gemacht hatten, war das auch diesmal unsere bevorzugte „Buchungsplattform“. Wir entschieden uns wie gesagt für die für die Green Appartements in Kallimarmaro, von der Innenstadt östlich hinter den „National Gardens“, ganz in der Nähe des alten Olympiastadions. Bei der Buchung über AirBnB waren sie interessanter Weise günstiger als über die Website. Wir haben für 3 Nächte rund 150 EUR bezahlt….

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In einer Viertelstunde läuft man in die Innenstadt, in der näheren Umgebung gibt es aber einen Supermarkt, einen sehr gute Bäcker und zahlreiche Restaurants, Kneipen und Bars und ist nicht nur unter anderen Touristen unterwegs….

Spaziergänge unterhalb der Akropolis

Das Wetter war wirklich toll – die Sonne strahlte bei gut 20°C von einem blauen Himmel. Unterhalb der Akropolis wähnt man sich eher in einer kleinen griechischen Stadt, als in der 4-Millionen-Metropole Athen. Dort bummelten wir durch kleine Häuschen, die gar nicht so recht zu dieser großen Stadt passen wollten. Immer wieder sahen wir Straßenkatzen und Straßenhunde, die aber fast alle einen recht gepflegten Eindruck machten. Die Tiere wurden also trotz der Krise nicht vernachlässigt. Auf dem Weg durch die Häuser sahen wir immer wieder Streetart. An einigen Stellen handelte es sich tatsächlich um Kunstwerke, an anderen Stellen waren lediglich die Hauswände und Mauern mit Tags beschmiert….

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Streetart – wirklich allgegenwärtig

Wenn man etwas über Athen im Internet sucht, findet man auch immer wieder Artikel über Streetart in Athen und Touren um diese zu besuchen. Suchen muss man all die Kunstwerke nicht wirklich und eine Tour ist aus meiner Sicht auch nicht notwendig. Einfach durch Psirri, Plaka, Gazi und Exarchia bummeln und man wird an nahezu jeder Ecke fündig. Insgesamt hat mir die Streetart in Valencia aber noch besser gefallen….

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Die Akropolis für „lau“

Ich hatte vor der Reise im Internet gelesen, dass der Eintritt zur Akropolis in den Wintermonaten von November bis April immer am ersten Sonntag im Monat frei wäre. Das wollten wir nach dem Frühstück doch mal überprüfen….. Wir hatten Glück und konnten tatsächlich für lau die Akropolis und die dazu gehörigen Stätten besuchen. Damit sparten wir immerhin mehr als 20 EUR pro Person. Das Museum gehörte jedoch leider nicht dazu – damit ließen wir es dann weg. Eigentlich war das Wetter auch viel zu schön für den Besuch eines Museums. Während wir auf dem Weg in Richtung Akropolis noch fanden, dass es heute etwas kühler sei, wurden wir bereits bei den ersten Schritten aufwärts eines besseren belehrt. Die Suppe lief…..Wir waren auf jeden Fall sehr glücklich, dass wir Athen nicht im Sommer besuchten.

Durch den freien Eintritt und das traumhafte Wetter wurde die Tour auf die Akropolis etwas zu einer Völkerwanderung;-)) Die Bauten waren aber wirklich sehr beeindruckend und der Ausblick auf die griechische Metropole von hier oben wirklich toll. Hier sah man wirklich mal die Ausmaße der Stadt – Häuser soweit das Auge reicht….

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Restaurants & Bars

Wenn man schon in Griechenland ist, geht man natürlich griechisch essen;-) Am ersten Abend waren wir im ΕΠ΄ΑΥΛΗ (). Da die Griechen sehr spät essen gehen, saßen gegen 22h auf der überdachten Dachterrasse. Außer uns war nur ein Tisch belegt, es füllte sich dann aber etwas später noch etwas. Wie Marie bereits hier mit Begeisterung bemerkte: in Athen kann man noch überall rauchen und davon machten die anderen Gäste auch reichlich Gebrauch…..Die Abluft ist aber auch überall gut, so dass man auch als Nichtraucher ohne Probleme die Abende in griechische Tavernen überlebt….

Wir bestellten uns gefüllte Paprikaschoten als Vorspeise und danach dann Hackbällchen mit Tomatensoße und Lammkoteletts. Alles war wirklich lecker – nur der griechische Rotwein war nicht wirklich brilliant….Wir bestellten aber trotzdem noch einen halben Liter nach, es gab ja auch 1,5l Wasser zum Essen. Am Ende landeten wir dann mit dem Nachtisch auf Kosten des Hauses bei ca. 35 EUR…..Auf jeden Fall passte das Preis- / Leistungsverhältnis.

Auch am zweiten Abend gingen wir in der Nähe unserer Unterkunft essen. Wir folgten wir mit dem „Black Sheep“ einer weiteren Empfehlung unserer Unterkunft. Für griechische Verhältnisse waren wir mit 19.30h sehr früh da. Der Laden war aber bereits gut gefüllt und wir bekamen nur einen Tisch für eine Stunde – danach sei alles reserviert….

So bestellten wir ein paar Vorspeisen und Zwischengerichte. Wir hatten einen großen Salat, einen Auberginensalat, Hackbällchen, einen Kebap und geschmortes Kalbsfleisch mit Auberginenpürree. Dazu hatten wir mal wieder einen Rotwein. Das Essen war wirklich lecker, auch wenn zumindest der Auberginensalat sehr Knoblauchlastig war. Diesen hatte ich dann fast für mich alleine…..Und auf jeden Fall hatten wir ein Gericht zuviel. Die Teller waren am Ende zwar recht leer – ich fühlte mich aber sehr voll….

So spazierten wir noch etwas durch unseren Gegend und da man mit so einem vollen Magen eh nicht schlafen gehen soll, nahmen wir einen Absacker im Chelsea ( – eine Kneipe fast direkt bei unserem Appartement um die Ecke. Dort tranken wir erst mal einen Gin-Tonic und sahen dann immer wieder, das die Leute um uns herum kleine Flaschen mit Schnapsgläsern bestellten. Da wurden wir dann gleich mal neugierig und bestellten uns auch so eine Flasche. Es war Raki…. Während es alle Leute um uns herum genüßlich tranken, mussten wir schauen, dass wir nicht direkt eine Gänsehaut davon bekamen. Als wir dann zahlen wollten, wollte uns die Kellnerin noch so eine Flasche Zaubertrank auf´s Haus ausgeben – wir lehnten aber dankend ab;-))

Am dritten Abend waren wir dann in einer ganz kleinen Taverne in der Altstadt. Dort waren wir mit Sicherheit die einzigen Touristen. Wir bestellten uns einen griechischen Salat, gebratene Paprikaschoten und ein Pfanne mit Hühnchen und dazu Wasser, Wein und Bier. Das Essen war wirklich lecker, die Stimmung super und günstig war es auch noch.

Ganz besonders gut hat uns die Cinque Weinbar gefallen. Dieser ist auch in der Altstadt, nicht weit vom Monastiraki entfernt. Als wir gegen 19h ankamen waren dort neben uns nur 4 weitere Gäste. Am Nachbartisch waren Scott (ein Engländer) und Chris (ein Norweger), die dort den Geburtstag von Scott feierten. Wir entschieden uns nach einer kleinen Weinprobe für einen Weißwein, die Jungs am Nachbartisch bestellten flaschenweise Rotwein. Als uns Glas dann alle war, ließen sie uns von ihrem Rotwein probieren. Der war auch sehr lecker….Danach ging es dann wohl noch eine Preisklasse höher und wir bekamen auch die Gläser gefüllt. Wir hätten nicht gedacht, dass es tatsächlich so leckeren griechischen Wein gibt. Dazu naschten wir etwas von der großen Käse- und Wurstplatte mit vier verschiedenen Chutneys. Sowohl die Weine, als auch das Essen waren sehr lecker und von den Preisen fair bemessen. Dazu waren die Besitzer sehr herzlich.

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Ein ganz besonderes Highlight sind mit Sicherheit noch die Dachterrassen mit Blick auf die Akropolis. Wir fuhren zuerst auf die Dachterrasse A of Athens und ergatterten den letzten freien Tisch mit einem sehr schönen Blick auf die Akropolis. Im Sonnenschein schmeckte der Iced Cappuccino richtig gut – auch wenn bei den Preisen der Blick eingepreist war;-)) Über die Preise wunderten wir uns ab und zu eh – diese ließen von einer Krise zumindest wenig erahnen….

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Zum Sonnenuntergang ging es zum Aperitif auf die nächste Dachterrasse – 360 Degrees. Diese Idee hatten wir aber absolut nicht exklusiv gehabt – die Terrasse war richtig voll, wir fanden aber einen Platz an einem anderen Tisch und bestellten einen Gin-Cocktail. Auch dieser war mit 9 EUR nicht wirklich günstig, aber auch hier zahlte man einen nicht unerheblichen Aufpreis für den wirklich traumhaften Ausblick…..

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Als die Sonne dann verschwunden war, wurde es recht schnell frisch. Im Vergleich zu den aktuellen Temperaturen in Berlin zwar immer noch sehr angenehm, wir fanden es jetzt aber frisch. So tranken wir den Cocktail aus und schauten danach noch kurz im „Six D.o.g.s“ vorbei – einem sehr netten Café / Biergarten unweit des Monastiraki in einem Hinterhof. Da kann man auch immer mal wieder hin……

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Für den kleinen Hunger zwischendurch findet man überall Souvlaki oder Kebap. Ich habe den Kebap bei Thanasis probiert – sehr lecker und für 3 EUR ein echt gute Zwischenmahlzeit….

Was sonst noch???

In der Innenstadt kann man auf jeden Fall mal in die Markthalle schauen. Diese ist jedoch nicht unbedingt für die ganz zarten Gemüter geeignet;-). Dort liefen wir lange Gänge entlang, an denen Fleisch verkauft wurde. Marie wollte direkt zum Vegetarier werden. Ganze Tiere wurden zerteilt, Innereien und ganze Lammköpfe lagen in großen Kisten zum Verkauf bereit. Wir wechselten die Halle – dort war alles voller Fisch. Das sah etwas besser aus – beim Geruch kam man etwas vom Regen in die Traufe….Obst und Gemüse fanden wir erst mal gar nicht, dieses befand sich gegenüber auf der anderen Straßenseite.

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Sonntags kann man dann noch ganz schön über den Flohmarkt direkt hinter dem Monastiraki bummeln. Dort schieben sich Menschenmassen durch die Straßen.

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Das alternative Viertel ist „Exarchia“. Dorthin traut sich die Polizei wohl nur in Mannschaftsstärke. Exarchia erreichten wir erst in der Dämmerung. Dort gab es wieder zahlreiches Streetart und einige düstere Gestalten. Jetzt war es doch aber Zeit für einen Aperitivo und wir fanden eine nette Bar, wo wir uns einen Gin-Tonic holten und dazu ein paar Chips knabberten…..

Zahlreiche Bars gibt es in Gazi –  es ist wohl der Hotspot des abendlichen Trubels. Dies ließ sich auch Nachmittags erahnen – ein Laden reihte sich an den nächsten.

Ansonsten kann man alles per Fuß erkunden und man sollte sich auch einfach etwas treiben lassen. Einfach mal ohne großen Plan durch die Straßen schlendern – man findet zahlreiche Restaurants und Bars und natürlich überall Streetart.

Ein Ausflug zum Strand (Varkiza Beach)

Das Wetter war am Montag leider deutlich bewölkter, nach dem Frühstück machten wir uns trotzdem auf den Weg zum Strand – später sollte die Sonne rauskommen….Wir liefen also zum Syntagma und nahmen von dort die Metro bis zur Endstation „Elioniko“. Von dort nahmen wir dann den Bus 171 bis zur Endstation – dem Varkiza Beach. Man sollte nicht vor der Endstation aussteigen, dort befindet sich erst der kostenpflichtige Varkiza Beach Club…..

Die Busfahrt dauerte eine gute halbe Stunde, am Ende hatten wir aufgrund des dauernden Anfahrens und Bremsens in Kombination mit den Straßenverhältnissen ein recht flaues Gefühl im Magen…..Die Sonne hatte sich leider noch nicht richtig hervorgetraut und die Brandung war recht stark. So entschieden wir uns gegen die Schwimmerei und schauten stattdessen einer Frau zu, die nicht genug vom Wellenbad bekommen konnte….

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Irgendwann wollten wir dann den Bus zurücknehmen. Der erst Bus fuhr 2 Minuten zu früh ab und uns damit direkt vor der Nase davon, den nächsten sahen wir ein Stückchen weiter entfernt losfahren und beim dritten Bus klappte es dann endlich mit der Rückfahrt…. Und auch diesmal verließen wir den Bus wieder mit einem flauen Gefühl in der Magengegend.

FAZIT

Athen an einem verlängerten Wochenende kann man auf jeden Fall mal machen. Während die Temperaturen in Deutschland schon recht garstig sind, kann man hier noch mal Sonne auftanken…..Man kann einfach ohne Reiseführer durch die Stadt schlendern und sich treiben lassen…..Uns hat das Wochenende wirklich viel Spaß gemacht – Athen hat uns überrascht. Von der Krise haben wir nichts gemerkt, die Restaurants und Kneipen sind voll – aber das werden sich die Griechen trotz der Krise wohl nicht nehmen lassen…..Einfach mal in den Flieger und selbst anschauen!!!

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