Den Malerweg in 4 Etappen – Traumhafte Aussichten und qualmende Füße

Den Malerweg in 4 Etappen – Traumhafte Aussichten und qualmende Füße

In der Sächsischen Schweiz war ich schon zweimal über ein verlängertes Wochenende und die Landschaft dort ist wirklich traumhaft schön. Zum Geburtstag bekam ich das Buch „Wanderlust – Unterwegs auf legendären Wegen“ geschenkt. Dort sind legendäre Wanderwege auf allen Kontinenten beschrieben und mit schönen Fotos bebildert. Immerhin 3 Wanderwege davon hatte ich selbst schon gemacht – den „Laugavegur“ auf Island, den „Salkantay Trek“ in Peru und die „Zions Narrows“ in den USA. In Deutschland gab es lediglich einen Wanderweg in der illustren Sammlung – den „Malerweg“ in der Sächsischen Schweiz.

Oftmals schweift man ja eher in die Ferne, als die attraktiven Ziele in der näheren Umgebung zu erobern. Also nahm ich mir vor der Malerweg in Gänze zu Laufen. Im Internet findet man dann immer die Information, dass der Malerweg aus 112 km und 8 Etappen durch die Sächsische Schweiz führt. Das macht im Schnitt lediglich 14 km pro Tag – das kann man doch bestimmt auch in weniger Etappen bewältigen;-) Also recherchierte ich weiter und stieß dabei auf diverse Blogs und Reiseberichte. Die minimale Anzahl von Etappen, die ich dabei fand waren fünf, z.B. bei drauzzen.de (https://drauzzen.de/malerweg-saechsische-schweiz/).

So schaute ich selbst mal über die Karten und die verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten und plante dann meinen Weg mit 4 Etappen. Am 25.06. fuhr ich mit der Bahn von Berlin nach Pirna. Dort kam ich abends an und gönnte mir in der schönen Altstadt gleich mal einen leckeren Burger mit Süßkartoffel-Pommes – der Besuch vom Platzhirsch in Pirna ist auf jeden Fall immer eine gute Idee, wenn man Burger mag;-).

Malerweg 1. Etappe: Von Lohmen nach Hohnstein (ca. 25 km, 6 Stunden)

Nach einer entspannten Nacht stand nun also die erste Etappe auf dem Programm. Ich fuhr mit dem Bus nach Lohmen, den Einstieg durch den Liebethaler Grund sparte ich mir aufgrund der dortigen Wegsperrung. Im Nachhinein habe ich jedoch gelesen, dass man diese anscheinend umgehen kann. Am Anfang führte der Weg über Wiesen und Felder bis man in den Uttewalder Grund gelangt.

 

Der Weg führt durch zahlreiche Felsen bis zur Stadt Wehlen, wo die 1. Etappen normalerweise endet. Es war aber gerade mal 11.30h und so war ich froh, dass dies nicht bereits mein Ziel der ersten Etappe war. Wehlen ließ ich daher links liegen und machte mich direkt auf den Weg in Richtung „Steinerer Tisch“ und von dort weiter zur Bastei. Da es sich dabei um eine der Hauptattraktionen der Sächsichen Schweiz handelt, die sehr gut mit dem Auto oder Bussen erreicht werden kann, war es natürlich entsprechend voll. Die Aussicht hatte ich an anderen Tagen bereits deutlich leerer und schöner gesehen – daher ging es sehr schnell an dem Trubel vorbei.

Auch den Schwenk nach Rathen ließ ich aus und machte mich direkt auf den Weg in Richtung Amselgrund und Amselsee.

Vom Hockstein aus hat man schon einmal einen traumhaften Ausblick auf Hohnstein, mein heutiges Tagesziel. Von oben sieht man dann leider auch in Richtung Talgrund und weiß daher, dass es zum Ende noch einen schönen Abstieg ins Tal und den Aufstieg nach Hohnstein gibt. Bei rund 30 Grad und einer schwülen Luft noch einmal ein ganz besonderer Spaß am Ende der heutigen Etappe.

Hohnstein selbst ist ein ganz nettes Städtchen – direkt nach der Ankunft gönnte ich mir erst mal ein schönes Eis. Ich war kurz nach 15h in Hohnstein, so 2 Stunden hätte ich an diesem Tag auch noch weitergehen können. Aus meiner Sicht gibt es aber keine weitere Unterkunft auf dem Malerweg, die so ca. 2 Stunden entfernt ist – vielleicht könnte man aber bis zur Brand-Baude weitergehen. Ich hatte ein sauberes Zimmer in Meschkes Gasthaus mit sehr netten Gastgebern. Das Essen abends war lecker, das Bier kalt – was will man mehr.

Insgesamt waren es an diesem Tag ca. 25 km.

Malerweg 2. Etappe: Von Hohnstein bis zum Lichtenhainer Wasserfall (35 km, 750 Höhenmeter, 9 Stunden)

Nach einem sehr guten und reichhaltigen Frühstück konnte ich noch ein Lunchpaket mitnehmen. Es ging also weiter auf dem Malerweg entlang bis zur Brandsteinaussicht. Dort hat man einen herrlichen Panorama-Ausblick.

Über rund 800 Treppenstufen geht es von dort runter in den „Tiefen Grund“. Den nächsten schönen Ausblick hat man von der „Waitzdorfer Aussicht“. Danach zieht sich der Weg dann etwas in Richtung Altendorf. Dort habe ich das erste Mal gedacht, dass dies wohl ein längerer Tag werden könnte;-)

Von Altendorf aus geht es durch die Dorfbachklamm über etliche Höhenmeter runter ins Kirnitzschtal. Bei der Ostrauer Mühle konnte ich zum Glück meine Trinkblase mit 3 Litern Wasser auffüllen. Durch die Hitze (es waren wieder über 30 Grad) und die Länge der Strecke hatte ich am Ende 7 Liter verbraucht. Ich kann über den Wildschützensteig zur Schrammstein-Aussicht – dort gab es dann erst mal eine kleine Pause….Weiter ging es danach über den Schrammsteingratweg.

Weiter ging es durch die beeindruckende Felslandschaft – im Hintergrund wurden die Wolken langsam dunkler und es sah bereits etwas nach einem Gewitter aus. Durch die unglaubliche Vielzahl der Wege nahm ich auch noch einen falschen Abzweig und wanderte noch weiter als gedacht. Am Ende kam ich gegen 18h an meiner Unterkunft am Lichtenhainer Wasserfall an – gerade rechtzeitig vor dem Gewitter und nach knapp 35 Kilometern.

Malerweg 3. Etappe: Lichtenhainer Wasserfall bis Papstdorf (38 km, 1.200 Höhenmeter, 11 -12 Stunden)

Heute stand von der Entfernung her die Königsetappe auf dem Programm. Ich war bereits um 8h beim Frühstück – früher gab es das leider nicht. Zuerst ging es zum berühmten Kuhstall. Dort hat man einen sehr schönen Ausblick – sieht aber leider extrem die Schädigung des Waldes durch den Borkenkäfer. Weite Teil des Waldes sind leider braun.

Der Weg danach zog sich aus meiner Sicht wahnsinnig. Schön ist die Aussicht vom Goldstein. Danach geht es über die höchste Erhebung der Sächsischen Schweiz, den „Großen Winterberg“. Aber auch hier sieht man immer wieder die Schäden des Borkenkäfers.

Es wurde wieder richtig dunkel und als ich Schmilka erreichte, gab es ein richtig kräftiges und langes Gewitter. Gutes Timing würde ich sagen – da geht auch mal ein Bier zum Mittag. Damit hatte ich dann auch eine Mittagspause von einer guten Stunde….

Als sich das Gewitter dann verzogen hatte, ging es mit der Fähre über die Elbe und erst einmal auf die Kaiserkrone. Diese sieht echt unscheinbar aus – man hat von hier aber einen wahnsinnig schönen Ausblick!

Weiter geht es über Felder und durch Wälder. Gegen 18 Uhr war ich bei der Liethenmühle – dort ging ich erst mal was Essen. Bis zu meinem Etappenziel nach Papstdorf war es ja nicht mehr so weit….

Nach dem Essen stellte sich dann nur noch die Frage, ob ich direkt zu meiner Unterkunft nach Papstdorf gehen sollte oder noch den Schlenker über den Papststein einbauen sollte. So frisch gestärkte baute ich diesen ein – ein Verdauungsspaziergang kann ja nichts schaden. Das Licht wurde toll, die Aussicht war es auch – der Weg zog sich aber noch mal total. Am Ende kam ich daher nach 38 Kilometern erst um 20.45h beim „Alten Gutshof“ an. Ich hatte ein Bett in der „Forststeig-Unterkunft“ – ein Bettenlager hinter dem Heuschober. Dort war ich alleine – es war wirklich toll. Blöd war nur, dass es über Nacht wieder start zu regnen anfing und ich das Dachfenster erst nicht geschlossen bekam. So ist man dann mitten in der Nacht erst mal hellwach…..

 

Malerweg 4. Etappe: Von Papstdorf nach Pirna (37,5 Kilometer, 850 Höhenmeter, 9 Stunden)

Nach der Königsetappe stand also die letzte Etappe auf dem Programm. Morgens ahnte ich noch nicht, dass diese ähnlich weit werden würde;-) Nach einem Frühstück beim Bäcker ging es erst mal auf den Gohrisch. Auch von hier hatte man wieder einen schönen Ausblick – leider war es heute deutlich bedeckter und recht diesig.

Durch Gohrisch kommt man zum nächsten Tafelberg – dem Pfaffenstein. Über Leitern kommt man nach oben und hat dort wieder einen tollen Ausblick – unter anderem auch auch die bekannte Felsnadel, die „Barbarine“. Immer wieder hat man auch schöne Ausblicke auf den Königstein mit der Festung.

Danach geht es dann über den Königsstein – den Besuch der Festung schenkte ich mir. Ein Highligt war für mich dann noch einmal der Rauenstein. Auch von hier hat man einen wahnsinnigen Panoramablick – so kann man auch direkt auf die gegenüberliegende Bastei schauen. Meinen Mittagssnack hatte ich entspannt mit einem Blick auf einen Fußballplatz mit einem traumhaften Rasen;-)

Danach geht es dann über Wehlen und Naundorf bis nach Obervogelsang. Sowohl in Wehlen, als auch in Obervogelsang kann man die S-Bahn zurück nach Pirna nehmen. Jetzt wollte ich die Runde aber auch zu Fuß beenden und so ging es direkt an der Elbe zurück bis nach Pirna. Da ich abends noch den Zug nach Berlin kriegen musste und vorher noch etwas in Pirna essen wollte, ging es die letzten 10 Kilometer zum Teil im Jogging-Tempo weiter. Ich hatte ja Trail-Running-Schuhe an – das steckt ja das Wort „Running“ drin……

In Pirna wollte ich die Wanderung abschließen, wie ich sie begonnen hatte – mit einem Burger im Platzhirsch. Diese hatten aber leider eine Betriebsfeier, daher ging es in das Fischrestaurant „Schifftor“ – das wollte ich auch immer mal ausprobieren. Nach dem die erste Enttäuschung über den verpassten Burger dahin war war es auch sehr lecker;-) Auch an diesem Tag kamen knapp 38 km zusammen.

Fazit

Am Ende habe ich mit diversen Abstechern fast 135 km absolviert – sofern man der Aufzeichnung von Apple Glauben schenken will. Der erste Tag war entspannt, der zweite und der dritte Tag haben es in der Kombination mit Entfernung und Höhenmetern schon in sich. Vor allem der dritte Tag zieht sich…..

Würde ich es noch mal so machen?

Wenn ich den Malerweg noch mal gehen würde, finde ich 4 Etappen für mich weiterhin gut.

Was würde ich anders machen?

Am ersten Tag würde ich wahrscheinlich bis zur Brandbaude weitergehen. Ich würde wahrscheinlich auch nicht mehr den gesamten Weg gehen. Die erste Etappe von Lohmen bis nach Wehlen ist nicht so spannend. Im zentralen Bereich rund um die Schrammsteine kann man noch mehr Zeit verbringen. Der Bogen von Neumannmühle zieht sich – die Abkürzung über den großen Zschand könnte eine sinnvolle Alternative sein. Von Wehlen aus könnte man am Ende auch die S-Bahn nach Pirna zurück nehmen.

Was hat mich überrascht?

Die mir bislang noch nicht so bekannte Elbseite mit den Tafelbergen. Insbesondere der Papststein und der Rauenstein hatten traumhafte Ausblicke und waren deutlich weniger besucht als die Sehenswürdigkeit auf der anderen Elbseite.

Ein paar Links:

Die offizielle Etappeneinteilung des Malerwegs bei 8 Etappen findet ihr hier.

Eine gute Beschreibung und Karte des Malerwegs bei Outdooracitve findet ihr hier.

 

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