Auf dem Salkantay-Trek in 5 Tagen nach Macchu Picchu

Auf dem Salkantay-Trek in 5 Tagen nach Macchu Picchu

Welcher Anbieter – Wann und wo buchen?

Die Frage, welchen Anbieter wir auswählen und wann / wo wir buchen hat mich tatsächliche so einige Zeit beschäftigt. Auf der einen Seite hatten wir einen sehr engen Zeitplan und hatten für das Trekking einen genauen Starttermin im Hinterkopf, auf der anderen Seite wollten wir bei dem anstrengenden Trekking auch nicht den billigsten Anbieter nehmen und damit dann auf etwas Komfort und v.a. auch gutes und ausreichendes Essen verzichten. So buchten wir bereits aus Berlin bei Salkantay-Trekking das 5-tägige Trekking zum Macchu Picchu. Dies war mit 400 USD pro Person wirklich nicht das billigste Angebot, man kann aber auch deutlich teurere Touranbieter finden. Und wenn man dann einfach mal zusammenrechnet, wie teuer der Eintritt zum Macchu Picchu und die Bahnfahrt ist, relativiert sich der Preis aus meiner Sicht auch wieder….

Nervig fand ich die zusätzlichen Gebühren für die Anzahlung des Trekkings über paypal…..

Das Briefing vor dem Trekking

Am Vorabend des Trekkings sollte es um 19h ein Briefing für alle Teilnehmer geben. Wir waren diesmal auf die Minute pünktlich – waren aber trotzdem die letzten;-)) Insgesamt waren wir 12 Personen, die maximale Anzahl an Leuten, die Salkantay-Trekking mit auf eine Tour nimmt. Die Amis waren dabei eindeutig in der Überzahl – bis auf 2 Engländer und einen Brasilianer waren es alles Amis….Unser Guide Ricardo ging uns an diesem Abend bereits nach den ersten paar Minuten tierisch auf die Nerven. Dauernd sprach er uns alle mit „My family“ an – das konnte ja heiter werden….

Viel neues erfuhr man beim Briefing eigentlich nicht – es wurden alle Etappen im Detail besprochen, dass stand aber alles bereits in der sehr ausführlichen Broschüre. Die einzige wichtige Info war, dass man pro Person bis zu 500 Soles zusätzlich mit auf die Tour nehmen sollte. Davon konnte man bspw. auf der zweiten Etappe einen Pferdeführer bezahlen, wenn man es nicht alleine über den 4.600m hohen Salkantay-Pass schaffen sollte oder man konnte ein Zugticket von Hidroelectrica nach Aguas Calientes kaufen. Auch das Bezahlen dauerte eine ganze Weile und wir waren erst gegen 21h zurück im Hotel. Wir packten unsere Tagesrucksäcke und die Duffle-Bags, die von Maultieren transportiert werden sollten. Gegen 21.15h brachte ich unsere großen Rucksäcke dann in die Unterkunft, die wir für die Tage nach dem Trekking in Cusco gebucht hatten. Diese war zum Glück nur ein paar Meter weiter in derselben Straße….

Jetzt hatten wir doch noch Hunger und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant, in dem wir noch schnell was essen konnten. Das Restaurant gleich neben unserem Hotel war zwar gut bewertet, hatte aber keinen Platz für uns frei. Also gingen wir ein Stückchen bis zu Jack´s Café. Dort bekamen wir gleich einen Tisch und bestellten einen Caesar´s Salad und einen Burger mit Pommes. Dazu hatte ich dann noch ein großes Bier und Marie einen Ingwertee. Das Essen kam zum Glück schnell, irgendwann wollten wir ja auch noch ein paar Stündchen schlafen und im Hotel sollten wir bereits um 4.40h abgeholt werden. Das versprach mal wieder eine sehr kurze Nacht zu werden….

Sonntag, 21.05.2017 – Salkantay-Trekking / Tag 1

So um 4.15h klingelte dann also tatsächlich der Wecker und pünktlich um 4.40h wurden wir von unserem Hotel abgeholt. An der Rezeption bekamen wir noch eine Lunchbox – bei der einen Nacht konnten wir also noch nicht mal das Frühstück im Hotel genießen. Nach und nach füllte sich der „Transporter“ – insgesamt sollte die Fahrt nach ca. 4h dauern. Nach 3 Stunden machten wir eine Frühstückpause in Mollepata, danach fuhren wir noch eine knappe Stunde bis Challacancha weiter. Dort wurde alles abgeladen und die Mulis wurden beladen. Irgendwann setzte sich unsere Truppe dann in Bewegung und man merkte recht schnell, dass man sich bereits auf 3.600 m befand.

Das Wetter war aber ganz in Ordnung, ab und zu zeigte sich auch die Sonne. Ich stellte dann irgendwann fest, dass ich nur noch einen Trekkingstock am Rucksack hatte. Somit lief ich dann zusammen mit Ricardo zurück und nach ca. einem Kilometer fanden wir dann auch den Stock. Danach ging es relativ eben weiter bis zu unserem Camp, dass sich auf 3.850m befand.

Kurz nach unserer Ankunft gab es dann den Lunch und wir staunten das erste Mal, was die Köche mit lediglich 2 Platten so alles auf den Tisch zauberten. In der Zwischenzeit hatte es ziemlich stark angefangen zu regnen und wir bezogen schnell unsere Iglus – aus denen man eigentlich den Sternenhimmel bewundern sollte. Danach sollte es dann noch auf eine kleine Wanderung zum „Humantay Lake“ gehen. In einer Stunde waren dabei rund 350 Höhenmeter zu überwinden. Wir zogen also alle die Regenponchos über und machten uns an den Aufstieg. Bereits nach wenigen Metern konnte Carley nicht mehr – nach einigen Zureden durch Eddy, den zweiten Tourguide, setzte sich sich aber wieder in Bewegung.

Es war wirklich anstrengend, irgendwann hörte es aber glücklicherweise auf zu regnen und der See mit den weißen Gletschern im Hintergrund war wirklich traumhaft schön. Oben gab es dann noch eine Inka-Zeremonie, dies gab uns einen schönen Einblick in die Kultur und war wirklich toll. Den Abstieg mussten wir dann in der einbrechenden Dämmerung beginnen und am Ende brauchten wir alle Stirnlampen. Leider hatten wir nur eine und so trottete ich Marie hinterher – ein alles andere als einfacher Abstieg.

Wir schafften es aber alle zurück ins Camp – dort gab es dann erst mal die „Happy Hour“ mit Keksen, Popcorn und Tee und kurze Zeit später dann das Dinner. Dort staunten wir erneut über die Kochkünste unter wirklich schwierigen Bedingungen. Kurz nach dem Dinner ging es dann in die Iglos – Marie fror trotz des Schlafsacks richtig doll….Zumindest hatte es aufgehört zu regnen und man sah einige Sterne am Himmel. Dies war aber auch nicht so ganz einfach, da das Iglu aufgrund der Feuchtigkeit beschlug…..

Irgendwann schliefen wir jedoch ein….

Montag, 22.05.2017  – Salkantay-Trekking / Tag 2

Irgendwann wurde Marie dann doch noch warm – dafür schwitzte sie dann im Schlafsack. Aber die Nächte endeten während des Treks ja eh sehr früh. Um kurz vor 5h wurden wir mit einem Coca-Tee geweckt, kurze Zeit später standen dann Schalen mit warmen Wasser für die Wäsche vor den Iglus. So um 5.30h gab es dann Frühstück und um kurz nach 6.00h ging es dann los in Richtung Salkantay-Pass. Aus unserer Gruppe entschieden sich Carley und Christina für das Pferd – Marie machte sich per pedes an den Aufstieg. Am Anfang ging es recht bedächtig bergan – nach einer kurzen Pause wurde der Anstieg deutlich steiler. Während das Wetter am Anfang noch bewölkt war, zog es sich kurz vor der Passhöhe zu und es begann leicht zu schneien und zu hageln….Eigentlich sollte es sich doch um die Trockenzeit handeln…..

Irgendwann erreichten wir dann tatsächlich den Salkantay-Pass auf 4.600m Höhe und sahen rein gar nichts. Wir waren absolut in den Wolken, es war kalt und windig. Also machten wir kurz ein Foto, vom Salkantay – dem heiligen Berg der Inkas – war leider gar nichts zu sehen. Daher machten wir uns dann auf den Abstieg in Richtung des Regenwaldes auf. Irgendwann fing es dann auch noch sehr kräftig zu regnen an. So ging es weiter bis zum Lunch, bei dem wir wieder 700 Höhenmeter nach unten überwunden hatten.

Den Lunch hatten wir in einem Zelt, draußen schüttete es wie aus Eimern und auch im Zelt war es alles anderes als gemütlich. Außerdem hatten Marie und ich recht starke Kopfschmerzen – irgendwie vertrugen wir die Höhe anscheinend doch nicht so besonders, zumindest nicht im Zusammenhang mit anstrengenden körperlichen Aktivitäten. Auch Carley ging es mal wieder nicht gut, obwohl sie den Anstieg mit dem Muli bewältigt hatte. Sie bekam von Ricardo sogar etwas Sauerstoff…..

Ich bekam zum Glück eine Ibuprofen und auf Rat von Ricardo holten wir uns noch zwei Flaschen Gatorade, um Elektrolyte nachzufühlen. Meine Kopfschmerzen verschwanden dadurch glücklicherweise recht schnell. Nach dem Lunch wollte eigentlich keiner mehr los – es regnete immer noch und sah nicht unbedingt einladend aus, den Abstieg fortzusetzen. Wir hatten aber noch 3 Stunden und 1.000 Höhenmeter im Abstieg vor uns….

Durch den starken Regen wanderten wir die erste Zeit durch einen kleinen Bach – irgendwann in der Trockenzeit ist dies garantiert nur ein ganz normaler Weg. Nach rund einer Stunde hörte dann aber zum Glück der Regen auf und irgendwann konnte man auch etwas mehr als lediglich Wolken / Nebel sehen. Wir sahen das erste Mal den Regenwald – das sah wirklich ganz schön aus…..Zum Glück wurde es beim Abstieg auch Stück für Stück wärmer. Ich lief weit abgeschlagen am Ende, da man jetzt endlich mal ein paar Fotos machen konnte.

Als wir nur noch eine halbe Stunde vor uns hatten, kam plötzlich ein blutüberströmter Peruaner oder Bolivianer aus dem Gebüsch. Er blutete stark aus einer klaffenden Wunde oberhalb des Auges uns schwankte von rechts nach links über den Weg. Ich holte dann Ricardo und Eddy zurück und die beiden versuchten dann, die Blutung zu stillen. Außerdem hakten sie ihn rechts und links unter und brachten ihn sicher ins Camp. Alleine hätte er das bei diesem matschigen Weg und in seinem Zustand wohl kaum geschafft. Anscheinend hatte er etwas tief ins Glas geschaut – seinen koordinativen Fähigkeiten hatte es auf jeden Fall sehr geschadet.

Das Camp selbst war – welch Wunder – relativ matschig und man musste auf jeden Tritt achten um nicht in einem der tiefen Schlammlöcher zu landen. Die Zelte standen auf der nassen Wiese und sahen alles andere als einladend aus….Wir brachten unsere Sachen dann trotzdem ins Zelt und kurze Zeit später gab es dann wieder die Happy-Hour, gefolgt vom Dinner. Im Camp gab es diesmal einen Laden – ich gönnte mir nach der anstrengenden Wanderung ein Bier für 15 Soles (4 EUR). Das hörte sich erst mal recht teuer an, der Preis relativierte sich jedoch dadurch, dass es eine Liter-Flasche war;-)) Diese hielt natürlich für die Happy-Hour und das Dinner….Danach ging es nach dem anstrengenden Tag recht schnell in die Zelte….

Dienstag, 23.05.2017 – Salkantay-Trekking / Tag 3

„Same procedure as every day“ – wir wurden mal wieder sehr früh mit Coca-Tee geweckt. Diesmal gab es jedoch zum Frühstück eine Torte. Es ist echt erstaunlich, was man auf 2 Gasstellen so alles zubereiten kann. Danach wurde dann der Pferdeführer verabschiedet, der mit seinen Pferden zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückkehrte…..Da gab es dann das erste Mal ein Trinkgeld….

Danach ging es mal wieder einen sehr schlammigen und recht steilen Weg vom Camp hinunter. Nach diesem Abstieg ging es recht eben weiter. Marie schmerzten leider die Knie, der gestrige Tag mit einem Anstieg von 700 Höhenmetern, einem Abstieg von 1.700 Höhenmeter und eine gesamte Länge von gut 23 km waren auch sehr anstrengend und fordernd für den Körper gewesen.

Wir versuchten es dann erst mit einer Ibuprofen und einem Verband – kurze Zeit später stieg Marie jedoch in einen Transporter und kürzte den heutigen Weg deutlich ab;-)) Nach dem Verlauf der heutigen Wanderung war dies auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Es ging die ganze Zeit eine Straße entlang – der Weg auf der anderen Seite des Flusses sah deutlich interessanter aus. Auch auf diesem waren zahlreiche Trekker unterwegs. Daher fragten wir bei Ricardo nach, warum wir eigentlich nur die Straße entlanglaufen würden. Dies geschah aus Gründen der Sicherheit. Der Weg wurde in der Regenzeit stark beschädigt und hatte einige extrem ausgesetzte Stellen – für Leute mit Höhenproblemen mit Sicherheit nicht geeignet. Vor knapp einem Monat war auf der anderen Seite wohl ein allein laufender Tourist tödlich verunglückt, als er durch seinen großen Rucksack das Gleichgewicht verlor und ungebremst abstürzte….

Gegen Mittag kamen wir dann im Camp an, in dem Marie schon eine ganze Weile auf uns wartete. Dann wurde auch mit der Zubereitung des Lunchs begonnen. Die Zwischenzeit vertrieben wir uns mit einem interessanten Wurfspiel. Wir traten zum Duell gegen die andere Salkantay-Truppe an und verloren leider….

Nach dem Essen hieß es dann von einem Teil der Reisegruppe Abschied zu nehmen. 5 Leute hatten lediglich den 5-tägigen Trip gebucht, 7 Leute den 5-tägigen. Die verbliebenen 7 konnten dann an diesem freien Nachmittag zu heißen Quellen fahren. Diese waren rund eine Stunde entfernt – nach kurzer Beratung beschlossen alle zu fahren. Nach einer wackligen Stunde über Stock und Stein und bei schreiend lauten Techno im Bus erreichten wir dann die Quellen. Dort zahlten wir 10 Soles Eintritt pro Person und dann konnten wir auch schon die müden Muskeln entspannen….

Anfangs hatten wir die Befürchtung, dass die heißen Quellen nicht wirklich heiß wären, da die Guides von Temperaturen zwischen 28° und 30°C berichteten. Diese Befürchtungen verschwanden jedoch bereits unter der warmen Dusche – einem Wasserabfluss aus einem der Becken. Wir gingen zuerst in das „kälteste“ Becken und bereits dort war es angenehm warm und entspannend. Danach gingen wir dann in das zweite Becken und entdeckten irgendwann den heißen Zufluss ins Becken – ein Traum!

Insgesamt blieben wir rund 2,5h Stunden im Becken und danach duschten wir uns endlich mal wieder mit Shampoo ab. Endlich fühlte man sich mal wieder richtig sauber…..Auf der Rückfahrt gab es dann glücklicherweise auch entspannte peruanische Musik und so kamen wir alle gut gelaunt in unserem Camp an. Dort waren wir erstaunlicherweise ganz alleine. Die andere Salkantay-Truppe war in ein anderes Camp umgezogen, da auch wir diesmal unter dem Dach auf dem Holzboden unsere Zelte haben wollten. Da reichte der Platz anscheinend nicht für alle aus…..

Somit war der Abend sehr entspannt und ruhig und die jetzt reduzierte Gruppengröße von 7 Personen machte auch das Essen und die Kommunikation deutlich angenehmer als mit 12 Personen….Nach dem Dinner gab es als Überraschung noch einen Pisco Sour und dann ging es mal wieder früh ins Bett. Das Zelt auf dem Holzboden hatte den Vorteil, dass es deutlich trockener war, dafür war der Boden aber diesmal richtig hart und man merkte jede Bewegung / jeden Schritt außerhalb des Zeltes. Es begann alles zu schwingen…..

Dieser Trip war definitiv nicht zum Erholen geeignet….

Mittwoch, 24.05.2017 – Salkantay-Trekking / Tag 4

Irgendwie überstanden wir auch diese Nacht und am nächsten Morgen ging es wie immer früh mit dem gewohnten Prozedere los. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir dann die Köche, die die ganze Zeit für unser leibliches Wohl gesorgt hatten. Leider nieselte es wieder leicht – aber warum sollte sich das Wetter jetzt auch ändern??? Wir waren anscheinend in eine wirklich stabile (schlechte) Wetterlage geraten….

Diesmal stand der zweitlängste Tag auf dem Programm, der auch wieder 23 km beinhaltete. Marie startete diesmal trotz der Knieschmerzen die Wanderung. Die ersten 10 Minuten ging es mit dem Bus zum Ausgangspunkt der Wanderung, die nächsten 3 Stunden ging es dann rund 700 Höhenmeter stetig bergan. Kurz nach dem Start hielten wir bei einer kleinen Kaffeeplantage und probierten den peruanischen Hochland-Kaffee. Ich kaufte 500g für 20 Soles – mal schauen, wie der zuhause schmeckt;-))

Aus dem leichten Nieseln war mittlerweile wieder ein kräftiger Regen geworden. Fast alle zogen die Regenponchos über, ich lief lieber im T-Shirt weiter. Es war relativ drückend und ich wollte lieber vom Regen nass werden, als vom eigenen Schweiss…..Der Guide war heute Eddy, da Ricardo gestern mit der anderen Gruppe in Richtung Aguas Calientes weitergezogen war. Eddy schlug immer wieder ein deutlich schnelleres Tempo an als Ricardo und man musste schauen, wie man da hinterher kommt. Aber mittlerweile hatten die meisten anderen auch mit mehr oder weniger starken Knieproblemen zu kämpfen….

Nach gut 2,5h machten wir eine etwas längere Pause und hier hörte dann auch der Regen auf und die Sonne zeigte sich sogar kurz. Wir bewältigten dann auch die letzte halbe Stunde im Anstieg und hatten von einem Aussichtspunkt das erste Mal einen schönen Ausblick auf den Machu Picchu mit den beiden flankierenden Bergen…..Kurze Zeit später kamen wir dann zu den ersten Inka-Ruinen – auch von dort hatte man wieder einen schönen Ausblick auf den auf der anderen Seite des Tales liegenden Machu Picchu.

Falls jemand gedacht hatte, dass bereits der Aufstieg anstrengend war, sollte sich diese Meinung mit dem Abstieg relativieren. Es war extrem steil und als wenn das nicht ausreichend gewesen wäre, war der Weg natürlich matschig, tief und damit sehr rutschig. Ich schlitterte ohne Hiking-Sticks dem Tal entgegen, die anderen setzten die Sticks als Bremse ein. Es schafften letztendlich aber alle ohne Sturz ins Tal. Dort überquerten wir noch eine Hängebrücke und dann ging es relativ eben zum Lunch. Mittlerweile hatten alle ordentlich Hunger, die Snacks waren alle. Es dauerte noch mal eine halbe Stunde bis zum Lunch, den wir gegen 13h erreichten.

Marie und Kyle kauften vor dem Lunch noch Zugtickets für den Zug nach Aguas Calientes – bei gut 30$ für die Strecke von 11 km ein recht horrender Preis. Aber das ist halt der Vorteil von Monopolen. Nach Aguas Calientes kommt man nur mit dem Zug oder zu Fuß. Die letzten 5 Mohikaner machten sich nach dem Essen zu Fuß auf den Weg in Richtung Aguas Calientes. Es ging die Bahnstrecke entlang, auf der anderen Seite begleitete einen der Fluss. Irgendwann konnte man dann einen ersten Blick auf Machu Picchu erhaschen.

Wir schafften die Strecke dann in 2,5h und liefen dann durch den wirklich häßlichen Ort zu unserem Hotel. Dort wartete Marie frisch geduscht – schlafen konnte sie hingegen nicht. Das Hotel stand genau am Bahnhof – eigentlich eher im Bahnhof und die Fenster waren aus einfachem Glas. Man hatte das Gefühl, dass die Züge direkt neben einem standen…..Ich kaufte dann noch etwas Verpflegung und Wasser für den nächsten Tag ein und um 19h trafen wir uns dann in der Lobby um zum Dinner zu gehen. Dort sahen wir dann auch Ricardo wieder, der am nächsten Tag die Führung durch Machu Picchu mit uns machen wollte.

Im Restaurant gab es mal wieder eine Suppe, danach dann bei mir Alpaka und bei Marie Forelle und abschließend noch einen Kuchen. Danach bekamen wir dann die Tickets für den Machu Picchu und die Rückfahrt mit dem Zug. Ricardo´s Vorschlag für den kommenden Morgen war dann ein Treffen um 3.30h in der Lobby, um beim Sonnenaufgang beim Machu Picchu zu sein. Das hieß dann aber auch mehr als 1,5h in der Reihe bei den Bussen anzustehen….Nach einer kurzen Beratung einigten wir uns auf ein Treffen um 5h in der Lobby. Auch das war immer noch früh und die Nacht war wieder recht kurz…..

Zum Glück fährt der letzte Zug um 21.50h und so kehrte dann auch in unserem Zimmer Ruhe ein!

Donnerstag, 25.05.2017 – Salkantay-Trekking / Tag 5

Der etwas spätere Treffpunkt stellte sich am nächsten Morgen als goldrichtig heraus – es regnete mal wieder leicht vor sich hin. Wir bekamen von Ricardo Breakfast-Bags uns stellten uns dann in die lange Schlange der Wartenden auf den Bustransport zum Machu Picchu. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis wir endlich im Bus waren, der uns in endlosen Serpentinen nach oben brachte. In der Warteschlange war es heller geworden und es hatten sich erste blaue Flecken am Himmel gezeigt.

Als wir oben ankamen war davon jedoch nichts mehr zu sehen. Es fing wieder stärker an zu regnen und mit den Regenponchos hatte man wieder zahlreiche „Teletubbies“ im Blick. Zum Glück war aber der Blick auf die Anlage und den dahinter liegenden Huyana Picchu frei. So konnte man trotz des recht starken Regens ein paar schöne Fotos machen. Ricardo führte uns rund 2,5h durch die Anlage und erklärte uns viel über die Hintergründe. Leider bekam ich nicht alles mit – entweder weil ich sein Englisch nicht richtig verstand oder aber einfach weil ich unglaublich müde war…

Irgendwann wollte dann das ganze Wasser wieder raus – Toiletten sind aber nur am Eingang und die Wege waren verstopft. Das war also eigentlich keine wirklich realistische Option. Im letzten Moment fand ich dann in einem Bambuswald ein geeignete Stelle – die Rettung in höchster Not!

So gingen wir um 10.20h zur Einlasskontrolle für den Aufstieg zum Huyana Potosi. Mit uns zusammen hatten auch Kyle und Christina diesen Aufstieg gebucht. Nach lediglich 45 Minuten erreichten wir den Gipfel – von dort aus hatte man einen tollen Rundblick über die Anlage. Wir machten ein paar Fotos und nach einer Pause machten wir uns an den Abstieg. Um 12.20h waren wir wieder am Ausgangspunkt der Wanderung. Jetzt ging es erst mal zum Ausgang – mit demselben Ticket konnte man bis zu dreimal aus der Anlage raus und dann wieder rein.

Wir machten eine Mittagspause im Restaurant. Marie und ich nahmen nur einen Kaffee und ein heißes Wasser für den Coca-Tee, Essen hatten wir ja genug im Rucksack. Das Timing war mal wieder perfekt. Als wir uns in der Schlange anstellten, fing es wieder an zu schütten. So dauerte die Mittagspause deutlich länger als geplant. In die Schlange für die Busfahrt nach unten wollten wir uns nicht anstellen, zurück in die Anlage wollten wir bei diesem Regen auch nicht.

So gegen 14.20h wurde der Regen dann weniger und wir gingen erneut in die Anlage. Die Stufen nach oben kamen uns diesmal endlos vor – der Ausblick war aber toll. Die Sicht war sehr klar und es waren deutlich weniger Touristen in der Anlage als vorher. Wir bummelten noch eine gute Stunde durch Machu Picchu und gingen dann erneut zum Ausgang. Jetzt war auch die Schlange für die Busfahrt deutlich kürzer und in rund 5 Minuten saßen wir bereits im Bus nach unten. Dort gingen wir dann kurz ins Hotel und um 16.45h gingen wir in ein Restaurant, dass uns Ricardo empfohlen hatte Dinner essen. Wir hatten ein Viertel Hähnchen mit Pommes, Reis und Salat vom Buffet – pro Person 18 Soles. Es war richtig lecker und so gestärkt sollten wir nun also auch die Rückfahrt nach Cusco überstehen….

Gegen 18h waren wir im Zug – um 18.20 ging es los in Richtung Ollepata. Nicht weit von uns entfernt saßen ein paar von der anderen Trekking-Truppe. Ein Glück waren wir nicht in diese Gruppe geraten. Alles Amis, aber im Vergleich zu denen in unserer Gruppe extrem cool und laut. Sie unterhielten eigentlich den ganzen Waggon und brüsteten sich damit, dass sie seit 15h bereits zahlreiche Bier hatten. Zusammen mit den dreien im Zug waren sie dann wohl bei 9 pro Person angelangt – Glückwunsch, eine reife Leistung!!!!

Ollepata erreichten wir nach ca. 2h. Ich vergaß leider unser Wasser im Waggon, also mussten wir mal wieder ein neues kaufen. Danach ging es mit dem Van mit rund 15 Personen in Richtung Cusco. Wir fühlten uns wie in der Sardinienbüchse und 2 der Amis (die leider direkt neben uns saßen) unterhielten sich die ganze Fahrt lautstark. Irgendwie blieb uns heute nichts erspart.

Gegen 22.30h erreichten wir dann endlich Cusco und die ersten wurden an ihren Hotels aus dem Van gelassen. Irgendwann waren auch wir an der Reihe. Leider mussten wir noch ein gutes Stück zu unserer Unterkunft laufen, die wir gegen 23h erreichten. Zum Glück öffnete Gary trotz der um eine Stunde späteren Ankunftszeit als avisiert sofort die Tür. Er brachte uns nur kurz ins Appartement und erklärte uns, wo eine zweite Decke ist, da es während der Nacht bestimmt kalt werden würde. Danach ließ er uns dann allein und wir verschwanden dann auch gleich im Bett.

Wir brauchten allerdings Ohropax, da direkt am Appartement die Straße vorbeiführte und es mal wieder nicht wirklich leise war….

Fazit

Die Wanderung über den Salkantay-Trek zum Macchu-Picchu war eines unserer großen Highlights in Südamerika – auch wenn es das Wetter nicht wirklich gut mit uns meinte. Dafür ist es aber dann sinnvoll nicht den billigsten Touranbieter zu wählen und damit gute Guides und gutes Essen in ausreichender Menge zu haben. Die Höhe sollte man nicht unterschätzen – gerade die Überquerung des Salkantay-Passes auf 4.600m ist anstrengend. Vor dem Start sollte man sich auf jeden Fall ein paar Tage akklimatisieren und sich an die Höhe gewöhnen. Rund 10% der Leute die gestartet sind, brechen die Tour ab. Hört sich nicht besonders viel an, ist aber blöd, wenn man es selbst ist…..

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