Saale-Unstrut: Wein, Radfahren und gutes Essen im nördlichsten Weinanbaugebiet von Deutschland

Saale-Unstrut: Wein, Radfahren und gutes Essen im nördlichsten Weinanbaugebiet von Deutschland

Hinkommen

Eigentlich wollten wir ja schon immer mal den Moselradweg machen. Leider ist die Mosel von Berlin aus nicht unbedingt um die Ecke und man braucht mit jedem Transportmittel eine ganze Weile für den Hin-und Rückweg. Dann ist ja da noch die Frage, ob uns das Radwandern wirklich Spaß macht und wie es mit dem „Publikum“ aussieht. Die Mosel ist ja nicht unbedingt für ein besonders junges und sportliches Publikum bekannt. In den Alpen hat sich das in den letzten Jahren ja ganz schön geändert, an der Mosel bin ich mir nicht wirklich sicher.

Daher wollten wir erst einmal ein quasi vor der Haustür liegendes Weinanbaugebiet besuchen und machten uns daher über Maries Geburtstag auf in das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands – Saale-Unstrut. Dafür mussten wir von Berlin aus erst einmal nach Süden fahren. Eigentlich sollte das so in zwei Stunden klappen, den ersten Stau hatten wir aber schon auf der A10 bei Michendorf. Und auch danach war die Autobahn wirklich sehr gut besucht. Wir nahmen daher noch 2 weiteres Staus mit, den letzten direkt bis zur geplanten Abfahrt. Somit kamen wir erst nach gut 3 Stunden beim Weingut Thürkind in Gröst an.

Dort hatten wir ein Doppelzimmer mit Frühstück gebucht. Das Zimmer war recht einfach, es war aber sehr sauber und die Gastgeber waren sehr nett. Wir ließen uns erst mal ein Glas Wein schmecken und radelten dann zum Geiseltalsee und stillten unseren Hunger beim BBQ-Abend der Gaststätte Neumark. Auf der Rückfahrt merkte man dann, dass der Herbst schon bald vor der Tür steht – es wurde richtig kalt auf dem Fahrrad…..

Saale-Unstrut-Elster-Rad-Acht (Ostroute)

Nun wollten wir natürlich die Weingegend erkunden – dafür hatten wir ja auch die Fahrräder dabei. Wir nahmen uns also für diesen Tag die Ostroute der „Saale-Unstrut-Elster-Rad-Acht“ vor, die aber immerhin 77 km lang ist. Wir starteten in Freyburg und fuhren dann immer an der Unstrut bis nach Burgscheidungen. Am Wegesrand gab es im regelmäßigen Abstand „Straußwirtschaften“, durch das Frühstück hatten wir aber noch kein Hunger. Danach ging es dann über Bad Bibra in Richtung Eckartsberga. Jetzt hatten wir Hunger – es kamen aber leider keine netten Lokale mehr. Wir bogen kurz vor Eckarsberg auf den Hasselbach-Radweg, der eine Querverbindung zurück nach Freyburg darstellt. Wie auf zahlreichen Websites beschrieben ist dieser Weg recht abwechslungsvoll – das gilt jedoch auch für das Streckenprofil. Es gab einige knackige Anstiege, zum Teil auf Schotterwegen, die man dann schwitzend und fluchend mit 8 km/h bezwang. Nach insgesamt 65 km waren wir dann zurück in Freyburg uns stärkten uns bei der Weingalerie – eine wirklich sehr empfehlenswerte Adresse.

Danach ging es dann zurück zu unserem Weingut, wo bereits eine Weinprobe auf uns wartete. Insgesamt waren fast 20 Personen bei der Weinprobe – wir waren (die Weinprinzessin mal ausgenommen) die mit Abstand jüngsten Personen. So ist es wahrscheinlich auch an der Mosel…..Der Wein und die Käsehappen schmeckten trotzdem;-))

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Saale-Unstrut-Elster-Rad-Acht (Westroute)

Nach dem Frühstück luden wir die Fahrräder auf und fuhren nach „Großjena“. Von dort wollten wir einen Teil der Westroute der Rad-Acht fahren. Erst einmal fuhren wir an der Unstrut in Richtung Naumburg. Bereits nach kurzer Zeit wurde uns die nicht immer gute Ausschilderung zum Verhängnis. Wir wunderten uns über die auf einmal nicht mehr vorhandenen Radler – konnten diesen Fehler jedoch mit einer Fährfahrt für 2,80 EUR inkl. der Räder über die Saale recht einfach beheben.

Danach wollten wir dem Radweg bis nach Osterholz folgen. In Mertendorf wurde uns jedoch erneut die etwas mangelnde Ausschilderung zum Verhängnis und wir nahmen erst einen steilen Aufstieg und hatten danach eine rasante Abfahrt. Diese 2 km hätten wir jetzt zurückfahren müssen. Daher beschlossen wir, uns einen neuen Weg zu suchen, der jedoch landschaftlich nicht so reizvoll war und zu allem überfluss an einer viel befahren Landstraße entlang führte. Auch der Grund der vielen Windräder wurde uns schmerzlich begreiflich gemacht – wir hatten die ganze Zeit einen schönen kräftigen Gegenwind. Irgendwann waren wir dann auch in Osterholz und machten uns auf die Suche nach dem Zuckerbahn-Radweg. Auch dieser war nicht wirklich gut ausgeschildert, wir fanden ihn aber irgendwann. Dieser führte am Anfang stetig bergab in Richtung Camburg. Irgendwann hörte die Markierung dann jedoch wieder auf – der Radweg ist aber wohl aktuell auch noch nicht vollständig fertiggestellt. Mit etwas fragen fanden wir dann aber den Weg nach Camburg und genossen die letzten Kilometer eine rasante Abfahrt – bei mehr als 60 km/h hofft man dann irgendwann auch heile unten anzukommen…..

Von Camburg aus folgten wir dann dem Saale-Radweg und machten in Kleinheringen beim Weingut Zahn ein spätes Mittagessen. Das Weingut liegt traumhaft oberhalb der Saale und die Karte hört sich vielversprechend an. Trotz der späten Uhrzeit (15.30h) war das Restaurant voll besucht und es dauerte gut 45 Minuten, bis wir das Duroc-Schwein und den Sauerbraten auf dem Tisch hatten. Beides war ausgesprochen gut und der Wein schmeckte auch. Daher belohnten wir uns noch mit einem großen Stück Pflaumenkuchen für die bisherige Tour….

Danach ging es dann weiter an der Saale entlang zurück in Richtung Naumburg. Auch auf dem Saale-Radweg war die Beschilderung nicht immer ersichtlich und wir verloren den Weg ein weiteres Mal – diesmal jedoch ohne größeres Malheur. Gegen 18.30h setzten wir ein letzes Mal mit der Fähre über und waren nach knapp 70 km zurück am Auto. Der Rückweg nach Berlin klappte dann deutlich besser als die Hinfahrt – wir wunderten uns nur über den intensiven Weingeruch beim Öffnen des Fensters. Die Lösung fanden wir dann in Berlin: Die für 11,50 EUR gekaufte Flasche Riesling sehr Weingalerie hatte sich liegend selbst geöffnet, d.h. der Korken war weg und damit auch ein Großteil des Weins. Wobei weg eigentlich die falsche Beschreibung ist – er war im Sitzpolster der Rückbank;-(( Den letzten Schluck (vielleicht 0,1 l) stellten wir dann noch kalt – er war wirklich lecker…..

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Fazit:

Die Saale-Unstrut ist unbedingt eine Reise wert. Wenn man nicht gerade im Stau steht, ist man von Berlin aus in 2 Stunden da  gefühlt ist man aber ganz weit weg!!!!

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